Herzlich willkommen

auf den Seiten von Klaus Walter Bolz, Fotografenmeister, Ausbilder, Trainer im Unruhestand. 50 Jahre kreatives Arbeiten - als Schriftsetzer, Layouter und Fotograf. Mit diesen Seiten blicke ich auf ein schönes Berufsleben zurück. I know, it`s only rock`n roll, but i like it!

Klaus Bolz 2017 bei der Vernissage im Klinikum Aschaffenburg
Foto: Joachim Siener, Stuttgart
einem Kollegen, der mit mir zusammen die Meisterschule besuchte.
Banner: Foto: Stefan Gregor, Aschaffenburg

Portraits, Hochzeiten, Geburtstage, Kinder, Akt, Erotik,Passbilder, Bewerbungsbilder, Kommunion, Konfirmation, das waren die traditionellen Anlässe, die der Portraitfotograf gegen Bezahlung in seinem Studio ausführte. 
Die Kunden brachten ihre belichteten Filme zum Entwickeln, kauften Filme und Kameras, bestellten Vergrößerungen, erbrachten viel Zeit und Geld für Ihre wertvollen Erinnerungen.
Man brauchte bis Anfang der 90 er Jahre den Meistertitel, um ein Studio zu führen. Diese Betriebe waren in der Handwerksrolle eingetragen und bildeten aus. Zuständig war die Innung. Es gab dann verschiedene Versuche, zB als Fotodesigner oder Reisefotograf, ohne diese Regeln zu arbeiten.
Der Anteil des Handels wurde dann mit dem Erstarken der grossen Märkte beim Fachhandel immer weniger. Der Handel schwächelte sehr,  als Anfang der 80er Jahre die Kunden in grossen Märkten ihre Kameras kauften, und diese dann von uns als Fotografen erklärt haben wollten. In der Woche, nachdem ein grosser Markt in der Pfalz eröffnete, kamen 10 Kunden zu uns ins Geschäft, die meinten, eine Kamera geschenkt bekommen zu haben und baten uns, diese doch bitte zu erklären. Es gab keine Skrupel und kein Bewusstsein,  billig oder "für umme" an diese Informationen zu kommen. Die Verkäufer in den Märkten waren zu dieser Zeit auf Waschmaschinen geschult und hatten auch keine Zeit für Erklärungen.  Hauptsache der Preis stimmte für den Kunden. Die Märkte hatten einen Riesenerfolg damit, einzelne Artikel preiswerter als die Mitbewerber zu verkaufen. Wenn ein Artikel, dessen Preis durch die Werbung im Fokus ist, billig ist, vermuteten dann die Kunden, alles sei in diesen Märkten preiswert. Die logische Fortsetzung dieser Verkaufstaktik erleben wir nun über das Internet. Beim Onlineverkauf verspricht man uns , die Ware noch billiger als im Markt zu bekommen.
Als wir 1988 einen grossen Kamerahersteller aus dem Sortiment nahmen, weil die Rendite zu gering geworden war, war der Kundendienstbetreuer völlig verzweifelt. Sein Kollege, der ein paar Kilometer weiter für die grossen Märkte zuständig war, hatte den grossen Märkten ein Angebot gemacht, mit dem er in seinem Bereich nicht mithalten konnte. Der Erfolg war dann, daß sich immer mehr Einzelhändler zu Einkaufsgemeinschaften zusammenschlossen, um über höhere Stückzahlen bessere Preise zu erzielen. Das Modell höhere Stückzahlen - besserer Einkaufspreise funktionierte zuverlässig. Das Problem war aber, daß die Stückzahlen, die in die Märkte geliefert wurden, nicht denen entsprachen, die auch verkauft wurden. So kam es immer nach ein paar Monaten, wenn ein Modell im Markt war, zu massiven Preisnachlässen, da die Ware ja raus musste. Spätestens, wenn das Zahlungsziel erreicht war, sollte die Ware verkauft sein. So kam es bei einem aktuellen Modell, das mit 1299.- € startete, zu der Preisentwicklung, daß man es nach 6 Wochen für 1119.- € und nach 4 Monaten für 999.- € bekam. 

Bei den Laborarbeiten gab es dann in den 80er und 90er Jahren auch den kompletten Preisverfall. Einkaufsmärkte und Drogerieketten entdeckten das Laborgeschäft. Da wurden dann die Fotolabore mit beeindruckenden in Aussicht gestellten Stückzahlen geködert. Die Labore machten dann sehr gute Preise. Erst viel später war dann klar, daß diese Stückzahlen nicht erreicht wurden. Der Preis war im Keller. So kam es dann zum großen Laborsterben. Wir als Fachhändler, die höhere Preise an die Labors bezahlten, hatten bald keinen Vorteil durch  Nachtexpress und Gelinggarantie usw. mehr. Auch die Drogeriemärkte und großen Märkte wurde über nach Nacht versorgt.
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